Wie wirken aetherische Oele

Tagetes Studentenblume

Tagetes Studentenblume orangefarbene Blume Ätherische Öle : was du über diese Multitalente wissen solltest

Ätherische Öle können mit unseren Körperzellen kommunizieren. Die intensiven Düfte helfen, das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele wieder herzustellen und dann in Balance zu halten.

1.   Was machen ätherische Öle, warum duften Pflanzen?

Ätherische Öle wirken durch ihren Duft, der direkt in unser Gehirn, in das limbische System geht. Von dort aus findet das Öl seinen Weg in die Körperzellen, in denen die Duftmoleküle des Öls gerade gebraucht werden. Aber ätherische Öle können nicht nur mit unseren Körperzellen kommunizieren, sondern auch mit Pflanzen und Tieren.

Blüten kommunizieren durch ihre Farbe und durch ihren Duft mit Insekten. Die Farbe der Blüte lockt die Insekten von weitem an. Wenn die Blüten reif sind zum Bestäuben, öffnen sie sich weit und locken mit ihrem betörenden Duft Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten an. Und auch wir erfreuen uns an dem wunderbaren Duft einer Rose, einer Lavendelstaude oder eines Jasminstrauches.

Blätter bilden Bitterstoffe gegen Fressfeinde. Das klappt auch gut bei Menschen, viele mögen Chicoree, Rosenkohl, Radicchio, Endivie, Grünkohl, Artischocke u.ä. nicht so gerne. Dunkelgrüne Blätter bilden auch das bittere Chlorophyll, das die Luft mit Sauerstoff anreichert. Manche Pflanzen kommunizieren auch mit Tieren, um die Fressfeinde ihrer Fressfeinde anzulocken. Wenn z.B. eine Pflanze von Blattläusen befallen ist, sondert sie einen süßlichen Duft ab, der Marienkäfer und Schlupfwespen anlockt, die gerne Blattläuse fressen.

Früchte können auch mit ihrem Duft Fressfeinde fernhalten. Ein sehr bekanntes Beispiel dafür ist die Durian-Frucht. Sie ist sehr lecker, stinkt aber dermaßen, dass sie in vielen Ländern in Hotels, in öffentlichen Verkehrsmitteln und Flughäfen verboten ist. Andere Früchte/Beeren locken aber mit Farbe und Duft z.B. Vögel an, die die Beeren fressen und dann durch ihre Ausscheidungen die Samen verbreiten.

Wurzeln können ätherische Öle absondern, die Wurzeln benachbarter Pflanzen davon abhalten, zu dicht an die Nachbarpflanze heranzuwachsen und ihr Nährstoffe streitig zu machen. Die ätherischen Öle in den Wurzeln “sagen” den anderen Pflanzen in der Nähe “bis hierher und nicht weiter”! Die Wurzelspitzen der Nachbarpflanzen nehmen die Gift- und Abwehrstoffe wahr, verteilen sie über Zellen in die Wurzel, die daraufhin die Wachstumsrichtung entsprechend anpasst, um der Nachbarspflanze nicht in die Quere zu kommen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Knoblauchsrauke, die meist ein größeres Areal für sich hat, weil sie mit ihrem Wurzelsekret andere Pflanzen auf Abstand hält. Neuere Forschungen berichten darüber, dass ganze Wälder miteinander über ihr Wurzelgeflecht mithilfe von ätherischen Ölen bzw. den darin enthaltenen Terpenen kommunizieren.

2.   Aus welchen Pflanzen bzw. Pflanzenteilen werden ätherische Öle hergestellt?

Ätherische Öle können aus einer ganzen Pflanze oder nur aus einem Teil der Pflanze hergestellt werden. Nur wenige Pflanzen liefern verschiedene Öle aus verschiedenen Pflanzenteilen. Die Bitterorange liefert aus ihren Blüten das ätherische Öl Neroli, aus den Schalen der Frucht Bitterorangenöl und aus den Fruchtansätzen, Blättern und Stängeln das Öl Petitgrain.

Einige Beispiele für die Lieferanten von ätherischem Öl, die Liste ist nicht vollständig:

Blätter und Stiele:
Basilikum, Dill, Rosengeranie, Rosmarin, Salbei, Oregano, Teebaum, Gewürznelke (Knospe und Stängel), Pfefferminze, Eukalytus, Wacholder, Melisse, Wintergrün.

Blüten:
Jasmin, Rose, Echte Kamille, Lavendel, Davana, Schafgarbe, Muskatellersalbei, Römische Kamille, Immortelle, Goldrute, Neroli, Ylang Ylang.

Frucht/Schale/Beere:
Orange, Zitrone, Bergamotte, Grapefruit, Limette, Mandarine, Yuzu.

Samen:
Anis, Fenchel Kardamom, Kreuzkümmel, Koriander, Muskat, Schwarzer Pfeffer.

Rinde:
Zimt, Kassia, Zeder.

Wurzel:
Angelikawurzel, Baldrian, Ingwer, Kalmus, Narde, Vetiver.

Nadeln:
Tanne, Kiefer, Fichte, Blaufichte, Douglasie.

Baumharze:
Copaiba, Elemi, Galbanum, Myrrhe, Weihrauch.

Gräser:
Zitronengras, Xiang Mao.

Hölzer:
Blaue Zypresse, Hinoki, Sandelholz, Zedernholz, Pinie, Oud, Palo Santo.

3.   Wie wirken ätherische Öle?

Ätherische Öle wirken durch ihren Duft, der direkt in unser Gehirn, in das limbische System geht. Die Moleküle der ätherischen Öle sind extrem klein, sie können direkt in die Haut eindringen und die Blut-Hirn-Schranke problemlos überwinden. Diese winzige Molekulargröße macht es ätherischen Ölen sehr leicht, ein Ungleichgewicht zwischen den und innerhalb der Zellen aufzuspüren und dieses Ungleichgewicht auszubalancieren. Größere Moleküle können diese Ebenen nicht erreichen.

Ätherische Öle verdunsten bei Raumtemperatur und können so ganz leicht direkt über unsere Riechzellen direkt in den Blutkreislauf oder direkt ins Gehirn gehen und dort wirken.

Für die Individuelle Wirkung der verschiedenen ätherischen Öle sind die darin enthaltenen Terpene verantwortlich. Terpene gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, sie duften sehr intensiv. Jedes Terpen hat sein eigenes Wirkungsprofil. Ich liste einige Terpene beispielhaft auf, die Aufzählung ist nicht vollständig, denn es sind derzeit ca. 8.000 Terpene bekannt.

Das Terpen 1,8-Cineol (auch Eucalyptol genannt) duftet angenehm kühl, frisch und würzig. Dieses Terpen wurde bereits sehr intensiv untersucht und es wurde nachgewiesen, dass es entzündungshemmend und antibakteriell wirkt. Es wurde auch eine antioxidative Wirkung festgestellt und es soll in der Lage sein, Krebszellen zu unterdrücken, indem die Apoptose (programmierter Zelltod) ausgelöst wird. In diesem Bereich wird intensiv geforscht. Auch bei Asthma und bei eingeschränkter Lungenfunktion kann das Terpen 1,8-Cineol hilfreich sein. Dieses Terpen ist u.a. in folgenden ätherischen Ölen enthalten:

  • Eukalyptus globulus und Eukalyptus radiata
  • Kardamon
  • Lorbeer
  • Myrte
  • Pfefferminz
  • Ravintsara
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Teebaum

Das (Mono)Terpen Limonen kommt sehr häufig vor. Es duftet intensiv nach Orange und kommt überwiegend in den Schalen von Zitrusfrüchten vor. Dieses Terpen steigert die Konzentrationsfähigkeit und fördert gute Laune. Dieses Terpen ist u.a. in folgenden ätherischen Ölen enthalten:

  • Bergamotte
  • Bitterorange
  • Dill
  • Elemi
  • Grapefruit
  • Latschenkiefer
  • Myrte
  • Weißtanne
  • Zitrone

Das Terpen Linalool duftet blumig-süßlich, es wird seit Jahrhunderten zur Unterstützung eines erholsamen Schlafes verwendet. Es ist sehr wirksam gegen Insekten, Läuse, Flöhe, Zecken und Kakerlaken mögen diesen Duft überhaupt nicht. Linaool ist in nennenswerter Menge in folgenden ätherischen Ölen enthalten:

  • Basilikum
  • Lavendel
  • Muskatellersalbei, ein bis
  • Thymian ct. linalool
  • Ylang Ylang

4.   Wie du ätherische Öle am besten verwendest

  • Im Diffusor kalt vernebeln, das ist meine bevorzugte Methode. Der Duft und die Wirkstoffe verteilen sich gleichmäßig im Raum und können über die Nasenschleimhaut aufgenommen werden. Diffundieren ist auch für Tiere gut geeignet. Aber bitte den Tieren immer eine Fluchtmöglichkeit lassen, falls ihnen der Duft nicht zusagt. Nie den Diffusor neben einen Käfig mit Meerschweinchen, Vögeln etc. stellen. Die Tiere müssen eine Ausweichmöglichkeit haben. Ein Diffusor eignet sich auch sehr gut zum Einsatz im Schlafzimmer mit einem entspannenden ätherischen Öl.
  • direkt aus dem Fläschchen “schnüffeln”, aber bitte den Tropfeinsatz nicht berühren, damit er nicht verunreinigt wird.
  • aus der Handfläche einatmen, ein bis zwei Tropfen Öl in die Handfläche tropfen, verreiben, die Hände über Mund und Nase halten und tief inhalieren.
  • auf ein Taschentuch tropfen. Ein zerknülltes (Oberflächenvergrößerung) Taschentuch mit ein paar Tropfen ätherischem Öl kann kann auch die Menschen um dich herum glücklich machen, wenn sie den Duft mögen.
  • auf einen Duftstein tropfen oder auf eine Tonscherbe.
  • die sichersten und effektivsten wirkt das ätherische Öl, wenn du es direkt und unverdünnt auf die Fußsohle aufträgst.
  • wunderbar sind Massagen/Handmassagen/Fußmassagen mit ätherischem Öl in einem Trägeröl, z.B. Süßmandelöl.
  • mit einem Emulgator als Badezusatz für ein Vollbad oder ein Fußbad.
  • für eine Klopfakkupressur ein bis drei Tropfendes gewählten Öles auf die Akkupressurpunkte auftragen und dann diese Punkte wie gewohnt bearbeiten.
  • und viele andere Möglichkeiten mehr.

5.   Darauf solltest du bei Kauf von ätherischen Ölen achten

  • auf eine korrekte botanische Bezeichnung des ätherischen Öls, eventl.mit Chemotyp
  • Herkunftsland
  • Verpackung in dunkler (blau oder braun) Glasflasche
  • eventl. Qualitätssiegel
  • auf eine korrekte Etikettierung mit Chargennummer, Haltbarkeitsdatum, genaue Inhaltsstoffe.

6.   Fazit

In keinem Haushalt sollte eine Grundausstattung mit ätherischen Ölen fehlen.

  • Du kannst sie verwenden, um deine Gesundheit zu stabilisieren. Sicher hast du auch schon mal Pfefferminztee getrunken, wenn du Bauchgrimmen hattest.
  • Ätherische Öle eignen sich gut für die Haushaltspflege, schon seit Jahrhunderten verwendet man Lavendel für die Wäsche und Zitrone für den Hausputz.
  • Du kannst deine Tiere damit unterstützen, wenn es ihnen nicht so gut geht und
  • ätherische Öle eignen sich wunderbar zum Würzen in der Aromaküche.

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar