Vogelmiere – gesund und lecker!

Vogelmiere Smoothie

Vogelmiere Smoothie Die Vogelmiere (Stellaria media) ist ein leckerer Tausendsassa unter den Wildkräutern!

Sie blüht von März bis Oktober mit kleinen weissen Blüten, die wie winzige Sterne aussehen. Diese Blüten entfalten sich bei trockenem Wetter morgens um neun (das habe ich gelesen und kann es kaum glauben, dass sie wirklich pünktlich ist) und blühen bis zum Abend.

Die Vogelmiere hat einen sehr hohen Vitamin C-Gehalt, bereits 50 g decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen ab. Frisch ist das Kraut am wirkungsvollsten, es hat einen angenehmen, mildwürzigen Geschmack.

Pfarrer Kneipp verordnete die Vogelmiere bei Hämorrhoiden, Lungenleiden und bei Verschleimung. Er empfahl das Wildkraut als beruhigendes und schleimlösendes Mittel bei Entzündungen der Atemwege. Die enthaltenen Saponine fördern die Verdauung, regen den Stoffwechsel an und wirken harntreibend. Bewährt hat sich auch Tee bei rheumatischen Beschwerden und bei Hautausschlägen. Wenn du dein Immunsystem stärken möchtest, trinke am besten einen frischen Smoothie (mit Banane, Apfel oder Avocado) oder iss die grünen oberirdischen Pflanzenteile als Salat, in einer Suppe, in Kräuterquark oder einfach auf ein Butterbrot. Vogelmiere harmoniert sehr gut mit Kartoffeln, Ei und Huhn.

Vogelmiere hat wie alle anderen Wildkräuter sehr viel pflanzliches Eiweiß, Kalium, Vitamin C und Vitamin A. Die Pflanze enthält außerdem noch seltene Elemente in organischer Form wie Phosphor, Magnesium, Kupfer und Silizium als Kieselsäure. In roher Vogelmiere finden wir Aucubin, ein Glykosid, welches das Immunsystem stärkt und dem vorzeitigen Alterungsprozeß entgegenwirkt.

In der Homöopathie setzt man Vogelmiere bei Rheuma, Gicht und Psoriasis ein.

Dieses zarte Nelkengewächs hat eine schier unverwüstliche Lebenskraft. Das fahle Licht der tiefstehenden Wintersonne reicht noch, um Photosynthese zu betreiben, das Wachstum zu organisieren, ja sogar um Blüten zu bilden und für Samen zu sorgen. Genau diese Kraft – Hildegard von Bingen nennt sie die viriditas, die Grünkraft – stellt uns diese Pflanze zur Verfügung, wenn wir sie essen oder trinken – am besten roh und frisch.Vogelmiere

Wenn du Vogelmiere sammeln möchtest, schneide das Kraut am besten mit einer Schere ab, da sonst zu viel Erde an den leicht auszureißenden Würzelchen haftet. Außerdem wächst sie dann rasch und dicht für die nächste Ernte nach. Achte darauf, wo du erntest! Bitte nicht an Spazierwegen, wo viele Hunde unterwegs sind.

Die Vogelmiere liebt nährstoffreichen Boden und zeigt geomantische Stellen an, über denen der Mensch nicht ruhen sollte.

Nun zu einigen Rezepten:

Neunerlei Kräutersuppe

Eine Suppe aus neun verschiedenen Kräutern (3 x 3 Zauberpflanzen) gab es schon bei unseren Vorfahren, den Germanen und Kelten.
Sie sollten den Winter aus dem Körper der Menschen vertreiben und ihnen Gesundheit und Kraft für das neue Jahr bringen. Im Mittelalter übernahmen die Christen diesen Brauch, um mit der leicht bitteren Suppe an das Leiden Christi in der Karwoche zu erinnern. Heute erinnert auch noch die „Grüne Soße“ aus Frankfurt an diesen Brauch.
Es gibt viele verschiedene Rezepte, weil in jeder Gegend andere Kräuter wachsen. Nutze daher die Kräuter, die du am leichtesten in deiner Region bekommst.

Du brauchst:

  • 1 Esslöffel Rapsöl
  • 1 Knoblauchzehe, 1 Zwiebel
  • 2-3 Möhren
  • 500 Gramm Kartoffeln
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer, Muskat, Würze nach Geschmack
  • 2 Esslöffel Sahne
  • Kräuter:
    je 2 Handvoll Brennnessel, Bärlauch, Kerbel, Giersch, Melde, Spitzwegerich, Gänseblümchen, je 1/2 Handvoll Vogelmiere, Löwenzahnblätter, Gundermannblätter und -blüten

Das Öl im Topf erhitzen, Knoblauchzehe und Zwiebel klein hacken, anschwitzen.
Möhren und Kartoffeln klein würfeln, ebenfalls kurz anschwitzen, Gemüsebrühe zugeben.

Nach 10 Minuten die klein gehackten Wildkräuter und zugeben. Alles sanft köcheln lassen, bis die Kartoffeln und Möhren gar sind, mit Salz, Pfeffer, Muskat und Pflanzenwürze abschmecken, zum Schluss Sahne zugeben.

Pesto aus Vogelmiere

2 Handvoll frische Vogelmiere
1 – 2 Knoblauchzehen
½ Tasse gutes Olivenöl
etwas Salz
100 g geriebenen Parmesan und 100 g Pinienkerne, nach Geschmack

Alle Zutaten im Mixer oder mit dem Zauberstab zu einer Paste verarbeiten. Die Vogelmiere vorher mit einer Schere klein schnelden, da die Stengel sehr zäh sind. Das fertige Pesto kann mehrere Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden, wenn es mit einer Schicht Öl bedeckt ist.

Salat mit Vogelmiere

Du kannst Vogelmiere in jeder grünen Salatmischung verwenden. Ich mag gerne einen Salat aus Vogelmiere (mit einer Schere klein schneiden), kleingeschnittenem Apfel und einem Dressig aus Olivenöl, Senf und Zitronensaft. Oder auch Vogelmiere mit Avocado und kleinen süßen Kirschtomaten. Guck‘ einfach mal, was der Garten oder der Wochenmarkt so bietet und experimentiere ein bisschen!

Smoothie mit Vogelmiere

  • 1 Hand voll Vogelmiere
  • 1 Hand voll junge Brennnesselblätter
  • 1 Hand voll Blattsalat nach Wahl
  • 1 reife Banane
  • 2 kleine Äpfel
  • 2 Orangen
  • 1/4 Ananas
  • 2 reife Kiwi
  • Wasser oder Eiswürfel oder Kokoswasser nach eigenem Geschmack
 Bitte ein bisschen herumexperimentieren und gucken, welche Zusammensetzung dir am besten schmeckt.

Interessant ist auch:

Die Vogelmiere verbreitet sich sehr schnell. Sie bringt im Jahr bis zu sechs Generationen hervor und produziert pro Generation 10.000 bis 20.000 Samen. Die Samen bleiben im Boden ca. 60 Jahre keimfähig. Die Pflanze gilt bei den Bauern als Unkraut, weil sie besonders üppig auf bearbeiteten Flächen wächst.

Aber da liegt auch ihr Nutzen: in Kulturen wie Weinbergen und Gärten schützen die dichten, flachen und bis zu 40 cm langen Ausläufer den Boden im Sommer vor Austrocknung, im Winter vor direkter Kälteeinwirkung. Für den nackten Boden ist die Vogelmiere eigentlich eine Labsal, denn sie verhindert die Erosion der Erde.

Und hier der kleine Film dazu bei youtube:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

 

16 Kommentare Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar