Schreibst du Tagebuch?

Tagebuch schreiben Erinnerungen Schreiben Buch schreiben

Tagebuch schreiben Erinnerungen Schreiben Buch schreibenWenn ich schon früher gewußt hätte, dass ich eines Tages ein Buch schreiben werde, hätte ich regelmäßig Tagebuch geschrieben! Wenn ich gewußt oder auch nur geahnt hätte, dass ich nach mehr als 50 Jahren Berufstätigkeit ein Buch über meinen beruflichen Werdegang schreiben werde, hätte ich mich zumindest einmal im Monat hingesetzt, um die Ereignisse, die Aus- und Fortbildungen, und meine Gedanken und Gefühle festzuhalten.

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten haben Freunde oft gesagt: “Schreib das auf! Schreib ein Buch!”, wenn ich mal wieder auf meinen Reisen besondere Dinge erlebt habe. Oder wenn ich meinen Beruf mal wieder gewechselt habe und in diesem Zusammenhang interessante Erfahrungen gemacht habe. Oder wenn ich ungewöhnliche private Herausforderungen meistern musste und gemeistert habe. Natürlich habe ich auch manchmal “Federn gelassen”, weil alles anders gelaufen ist als ich das geplant hatte. Aber letztendlich hat sich immer alles zum Guten gewendet, wenn ich darauf vertraut habe, dass das Universum mir wohlgesonnen ist.

Ich wollte nie ein Buch schreiben, weil ich dachte, mein Leben und meine Erfahrungen seien für andere völlig uninteressant, mein Leben würde doch ganz “normal” verlaufen. Heute sehe ich das etwas anders. Was ist schon “normal?” Und ich war auch sicher, dass ich die wichtigen Dinge nicht vergessen würde. Ich könnte die Geschichten ja jederzeit jedem erzählen, wozu also aufschreiben? Ich war auch sicher, dass sich außer meinem Familien- und Freundeskreis niemand für meine Erfahrungen und Erlebnisse interessieren würde. Dass möglicherweise jemand daraus etwas lernen könnte, kam mir damals überhaupt nicht in den Sinn.

Manchmal fand ich die Idee doch nicht so schlecht, einfach auch, weil ich gerne schreibe. Aber dann dachte ich daran, dass ich erst einmal einen Verlag suchen und finden muss, der mein Buch veröffentlicht. Mit dem ich mich dann über den Titel und das Buch-Cover einigen müsste. Ich kannte einige Menschen, die Bücher geschrieben hatten und mit denen ich über ihre Erfahrungen sprach. Über langwierige und teure Lektorate, über Auseinandersetzungen wegen des Buch-Titels und des Cover-Fotos, über Vorauszahlungen für den Druck der Bücher und über Mindestabnahmen, die man selbst erwerben musste. Dass wollte ich alles nicht. Ich wollte in meinem Keller keine Kartons mit unverkäuflichen Büchern, für die ich viel Geld bezahlt und in die ich viel Zeit investiert hatte!

Dann entdeckte ich vor längerer Zeit die Möglichkeit des Self-Publishing. Das klang interessant. Aber ich war immer noch nicht sicher, wer mein Buch lesen würde und so beobachtete ich erstmal, was sich auf dem Self Publishing-Markt so tat. Und die Idee, mein Leben aufzuschreiben, beschäftigte mich weiterhin.

Aber zuerst einmal wollte ich meinen Blog neu gestalten und meinen ersten Online-Coaching-Kurs erstellen. Bei der Arbeit daran fiel es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen: Du schreibst jetzt dein Buch! Und zwar über deinen beruflichen Werdegang, die Herausforderungen bei deinen Berufswechseln und darüber, was andere Frauen aus meinen Erfahrungen lernen können! Ich will mit diesem Buch vermitteln: Trau dich! Es geht! Du kannst das und du schaffst das! Wenn der Gegenwind zu stark wird, hol dir Unterstützung! Du musst nicht durch alle Täler alleine durch! Es gibt Menschen, die das schon hinter sich haben und die dir mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen helfen können!

Anfang Juli 2017 habe ich angefangen, mein erstes Buch zu schreiben, einen “autobiographischen Ratgeber”. Ein Tagebuch zum Nachlesen wäre jetzt hilfreich. Wie war das nochmal genau im Sommer 1972, als …? In welchem Jahr war ich das erste Mal in Indien? Und wann in China? Wann habe ich diese oder jene Prüfung gemacht? Meine grauen Zellen glühen wegen der vielen Nachfragen! Mein Hirn läuft auf Hochtouren, manchmal wache ich mitten in der Nacht auf, weil mir etwas eingefallen ist! Dann stehe ich auf und mache mir Notizen.

Das hätte ich alles viel entspannter haben können, wenn ich Tagebuch geschrieben hätte! Und das hätte ich getan, wenn ich auch nur geahnt hätte, dass ich jemals ein Buch schreibe!

Etwas “Material” habe ich aber: Seit ca. zehn Jahren habe ich mich Silvester/Neujahr hingesetzt und aufgeschrieben, wie das vergangene Jahr war, ob ich meine Ziele erreicht und mir meine Wünsche erfüllt habe. Und ich habe meine Ziele und Wünsche für das kommende Jahr aufgeschrieben. Schade, dass ich das nicht jede Woche oder wenigstens jeden Monat gemacht habe.

Also: Schreib Tagebuch! Muss ja nicht jeden Tag sein. Wenn du dich einmal in der Woche hinsetzt und aufschreibst, wie die Woche war, wird es dir leicht von der Hand gehen, später mal ein Buch zu schreiben. Und auch wenn du nie Buch schreibst, ist es ganz sicher auch interessant, Jahre oder Jahrzehnte später selbst nachzulesen, wie das damals alles war!

Den Impuls zu diesem Artikel habe ich von Claudia Kauscheder bekommen, die gefragt hat: Was hättest du anders gemacht, wenn du früher gewusst hättest, dass … Hier findest du den link zu ihrer Blogparade. Und du findest bei Claudia viele interessante Blogbeiträge. Es lohnt sich, dort zu stöbern!

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Brigitte,

    oh, was für eine tolle Idee! Wenn ich so auf meine mehr als 20 Jahre Home-Office zurückblicke … wäre auch eine gute Idee gewesen, die verschiedenen Phasen zu dokumentieren. Ich freu’ mich auf dein Buch!

    Sonnige Grüße,
    Claudia

    • Liebe Claudia,
      lieben Dank für deinen Kommentar.
      Es ist nie zu spät, mit dem Tagebuchschreiben anzufangen. Es liegen ja noch ganz viele Jahre Home-Office vor dir, in denen du sicher noch einiges erleben wirst 🙂
      Herzliche Grüße
      Brigitte

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